Am 22.02.09 um 5.40 Uhr machten wir uns wieder auf
den Weg nach Köln. In diesem Jahr sammelten wir unterwegs nicht nur
Lothar und die 2 Mädels aus Haste ein, sondern ebenfalls 10
Spielleute aus Settrup, die uns in diesem Jahr unterstützen wollten.
Unterwegs sangen wir sogar ein Geburtstagsständchen für Andreas, der mit
uns (statt mit Verena zu hause) seinen 34. Geburtstag
feierte. Ab Osnabrück wurden wir mit Fotos „bombardiert“. Wettstreit in
Dielingen 2008 und Karneval in Köln 2008. Da hatten wir bis Remscheid
gut zu tun. Hier war dann wie immer Frühstückspause
angesagt. Es war relativ frisch und die schwierigen Gedanken, welche
Sachen man unter das Kostüm ziehen könnte, gingen wieder los. Aber nach
einem guten Frühstück hatten wir das geklärt und konnten
uns ganz dem schminken, Tattoos kleben und umziehen widmen. Als wir in
Köln ankamen nieselte es mal wieder ein bisschen. Das sollte auch unser
Begleiter für den Tag bleiben. Aber wir hatten Glück.
Wir durften in diesem Jahr ganz vorne laufen. D.h. wir wurden keiner
Schule oder Verein zugewiesen, sondern liefen mit einer weiteren Kapelle
in der Einleitung.
Wir schauten uns noch ein bisschen die Tanzgruppe der
Lyskircher an und dann ging es auch schon pünktlich um 10.30 Uhr los.
Berittene Polizeistaffel, Zugleiterwagen und dann wir.
Aber losgehen konnte man das nicht wirklich nennen. Denn bereits nach
den ersten 100 m kamen wir ins Stocken. Und wir mussten vor der Kamera
anhalten. Mehrere Male spielten wir unser Kamerastück
„Denn einmal nur im Jahr ist Karneval“ herunter. So ging es leider den
ganzen Weg über. Auf der Hälfte mussten wir sogar 10 Minuten warten, so
dass ein netter Mensch uns sogar eine Kiste Süßes zur
Stärkung brachte. Wenn hinten größere Lücken entstehen, muss man vorne
warten. Das bekamen wir dann auch auf dem Alter Markt zu spüren. Hier
mussten wir wieder warten, die eine Gruppe vorbeilassen
usw. Aber trotz allem waren wir dann um ca. 14.30 Uhr am Ziel. Etwas
durchnässt, aber glücklich. Die Stimmung an den Straßen war dieses Jahr
noch nicht so gut. Das ist der Nachteil, wenn man vorne
läuft. Aber somit hatten in diesem Jahr allerdings viel Zeit, uns wieder
auszuruhen. Es gab wieder Brötchen und Getränke am Bus. Die Schuhe
waren auch relativ sauber, da noch kein Müll
dementsprechend auf der Straße lag. Wir bezogen also schon früh unsere
Zimmer. Die Aufteilung war allerdings ein reines Chaos. Aber selbst das
haben wir irgendwann auf die Reihe bekommen. Die Betten
wurden bezogen und anschließend hatten wir noch Zeit, im oder am Bus
eine gemütliche Runde zu veranstalten. Das ein oder andere Bier hatten
wir uns jetzt redlich verdient. 18 Uhr gabs Abendessen.
Frikadelle oder Gemüsebratling mit Kartoffelpüree und Soße. Hier wurden
schon die ersten Ergebnisse des Tages ausgetauscht. 19.30 Uhr wollten
wir uns alle wieder in der Halle treffen, also zogen wir
uns auf die Gemächer zurück und schlüpften in unsere eigenen Kostüme.
Losgegangen sind wir dann allerdings getrennt, da die Partygeschmäcker
hier doch sehr auseinander gingen. Ein Teil machte es sich
im Bistro der Jugendherberge gemütlich, ein andere erforschte die
Kneipen auf der „Schäl Sick“ und der Rest trottete wie die letzten
beiden Jahre auf die „richtige Rheinseite“. Das „Früh“, „Sion“,
„Papa Joe’s Klimperkasten“, „Brauhaus ohne Namen“ oder auch viele der
anderen tollen Kneipen waren unsere Ziele. Das Wetter war nur am Anfang
nicht so toll, aber später konnte man auch draußen gut
umherziehen. Ca. 1.30 Uhr trudelten die letzten Jecken in der
Jugendherberge ein. Einige saßen noch auf dem Flur bei der
obligatorischen Pyjamaparty. Diese wurde aber nach kurzer Zeit vom
„Herbergsvater“ beendet, da auf unserem Flur dieses Jahr noch fremde
Leute übernachteten und wir zu laut waren. Somit verzogen wir uns zuerst
in eins der Settruper Zimmer, dann weiter zu den Mädels,
um schlussendlich wieder auf dem Flur zu landen. Von da sind aber bald
alle um 2,45 Uhr in ihren eigenen Zimmern, und hoffentlich auch Betten,
verschwunden.
Am Montag trafen sich dann alle irgendwann zum
frühstücken. Der eine mehr, der andere weniger ausgeschlafen. Kostüme
aus dem Bus wieder auf die Zimmer und wir durften uns mal
wieder warm anziehen. Es war scheinbar noch ein bisschen kälter, als am
Vortag. Mal trocken und mal nass. Spätestens um 10.00 Uhr sollten wir am
Aufstellplatz sein. Die „Närrischen Insulaner“, die
auch in diesem Jahr wieder unsere Gastgeber sein sollten, starteten 2009
als Gruppe 32. Das hieß für uns mal wieder – lange warten. Als erstes
gab es Erbsensuppe, ein kleines Ständchen für die
Gesellschaft und Jens bekam seinen Orden. Danach konnte jeder machen,
was er wollte. Einige schauten sich die umliegenden Wagen an, andere
verfolgten den Zug von weitem und einige versuchten sich
auch im Kamelle sammeln, was nur spärlich geklappt hat. Aber auch
zuschauen war nicht schön, da es schon wieder zu regnen begann. Und die
Kostüme sollten ja nicht vor dem großen Auftritt schon nass
und schwer werden. Wir saßen daraufhin halt noch ein bisschen in der
Kneipe. Sitzen ist um diese Zeit meistens das beste. Um 13.15 Uhr
sollten wir wieder da sein. Aber auch hier zeichnete sich ab,
dass es wohl noch länger dauern könnte. Jeder suchte sich ein Plätzchen
zum verweilen. Aber um 14.00 Uhr hatte das rumstehen ein Ende. Wir
durften loslaufen. Auch wenn es leider vor der Kamera wieder
anfing zu regnen, hatten wir großes Glück. Zwischendurch schien sogar
die Sonne. Der Regenponcho, den die meisten erst gar nicht gefunden
hatten, blieb heute auf jeden Fall in der Tasche. Heute
lief es auf jeden Fall besser. Der Zug stockte kaum noch. Wenn dann
immer nur für Sekunden. Meistens. Es waren viel mehr Jecken am
Straßenrand, wieder mal irre Kostüme und sogar mit Marita Köllner
(Et fussisch Julche – Kölner Karnevalistin), Guido Cantz und Christoph
Daum einige Promis zu finden. Außerdem hatten wir wieder Glück, dass
hinter uns eine weitere Kapelle lief, mit der wir im
Wechsel spielen konnten. So ging uns erst etwas später die Puste aus.
Und ziemlich schnell waren wir dieses Mal. Das Schild „Werfen
einstellen“ kam dieses Mal schon nach 3 Stunden ins Bild. Länger
hatten wir tatsächlich nicht gebraucht. Und darüber waren wir mal wieder
alle glücklich. Daher taten die Füße auch lange nicht so weh, wie wir
das sonst schon erlebt hatten. Am Bus gab es wieder
Essen und Trinken. Etwas gutes für alle sozusagen. Nur warten mussten
wir mal wieder. Denn unser Fotograf Willi war nicht da. Keiner hatte ein
Handynummer von ihm. So kamen einige von uns noch dazu,
den Prinzenwagen zu sehen und ein paar Kamelle abzustauben. Um 18 Uhr
fuhren wir dann aber doch zur Kostümkammer. Die Kostüme, alle fein
säuberlich sortiert, wurden wieder abgegeben, die Toiletten
konnten wir noch mal besuchen und einige kauften noch Souvenirs.
Auch hier tauchte Willi nicht auf. Um 18.40 Uhr
klingelte beim Busfahrer das Handy. Bis wir dann endlich alle vollzählig
waren und losfahren konnten, war es dann schon 19.10 Uhr.
So kamen wir dann etwas später bei Burger King an. Auch wenn nicht alle
Hunger hatten, aber das ist immer eine gute Möglichkeit die Wertcoupons
von den Toiletten einzulösen und somit eine vernünftige
Pause zu machen. Die meisten von ließen es sich richtig schmecken. Nach
ca. 45 Minuten waren dann wieder alle People an Bord und wir fuhren
weiter Richtung Heimat. Nach einer weiteren kurzen
Unterbrechung für das nötigste waren wir dann schon in Belm. Hier
verabschiedeten wir uns von den Jungs und Mädels aus Haste und Settrup
und kamen dann ca. 23 Uhr in Dielingen an der Schützenhalle
wieder an. Wir haben dann noch eben den Bus aufgeräumt, alle Taschen von
a nach b getragen und alle verabschiedet.
Am Dienstag waren noch einige verkaterte und nicht
ausgeschlafene Spielmöpse in der Halle, um die Kostüme wieder zu richten
und zu verpacken, Getränkekisten sortieren, Instrumente
einräumen und auch über das Erlebte noch mal zu plaudern.
Wir haben festgestellt, dass bis auf einzelne wenige,
alle sehr begeistert waren. Auch die Settruper haben Gefallen an dieser
Veranstaltung gefunden und waren der Meinung, ein
weiteres Jahr Kölner Karneval wieder in Erwägung zu ziehen. Das Motto
für 2010 heißt: „IN KÖLLE JEBÜTZT!“ Das könnte doch lohnenswert werden.
Also bis zum nächsten Mal. Kölle Alaaf.